Die Bonifatiuskirche

Die Bonifatiuskirche in Wiesbaden zählt zu den interessantesten Sehenswürdigkeiten der hessischen Landeshauptstadt. Sie ist das älteste Gotteshaus in der Innenstadt.

Die Kirche St. Bonifatius

Die Bonifatiuskirche, auch Kirche St. Bonifatius genannt, stellt die wichtigste katholische Kirche Wiesbadens dar. Sie verdankt ihren Namen dem heiligen Bonifatius (um 673 bis 754), bei dem es sich um einen der bedeutendsten Kirchenreformer und Missionare des Frankenreichs handelte.

Entstehung und Geschichte der Kirche

Vor der Entstehung der heutigen Bonifatiuskirche am Wiesbadener Luisenplatz gab es bereits ein Gotteshaus gleichen Namens, das 1828 fertiggestellt wurde. Doch schon im Jahr 1831 kam es zum Einsturz des Gebäudes. Ab 1845 wurde erneut eine katholische Pfarrkirche errichtet und 1849 vom Bischof von Limburg geweiht. Aufgrund finanzieller Engpässe mussten die weiteren Bauarbeiten jedoch verschoben werden. So dauerte die endgültige Fertigstellung der Kirche bis 1866. In diesem Jahr erfolgte die Vollendung der beiden Türme, die es auf eine Höhe von 68 Metern brachten.

Weil die Mauritiuskirche, die zwischen 1488 und 1521 entstand, im Jahr 1850 einem Feuer zum Opfer fiel, ist nun die Bonifatiuskirche die älteste Kirche Wiesbadens. Das Gebäude verbindet romanische und gotische Formen miteinander und weist erste Jugendstilformen auf.

Im Zweiten Weltkrieg kam es durch alliierte Bombenangriffe 1945 zu starken Beschädigungen des Gebäudes, die jedoch bis 1949 wieder behoben wurden. Mit einer grundlegenden Renovierung konnte die Bonifatiuskirche bis 1966 wieder vollständig hergestellt werden. Bis heute ist die Kirche St. Bonifatius das größte katholische Gotteshaus der hessischen Landeshauptstadt.

Sehenswürdigkeiten der Bonifatiuskirche

Schon als Bauwerk stellt die Kirche St. Bonifatius eine eigene interessante Sehenswürdigkeit dar. Das Innere des Gotteshauses liegt im Helldunkel. Durch umfangreiche Buntglasfenster kann sich das Licht seinen Weg bahnen. In der unteren Hälfte der Kirche sorgen zahlreiche Andachtskerzen für eine besinnliche und andächtige Atmosphäre. In der Mitte des Raumes ragt der Hauptaltar hervor.

Altar und Kanzel

Durch die Bronzetafeln des Kölners Elmar Hillebrand aus dem Jahr 1985 werden Bilder der Heilsgeschichte gezeigt. Dazu gehören vor allem der Tod Christi am Kreuz sowie seine Auferstehung. Auch Kanzel und Ambo entstanden durch Hillebrand. Der Besucher kann dort Bilder von Abrahams Berufung, dem Aussenden der Jünger sowie von Stephanus Martyrium bewundern.
Auf den Fenstern des Gotteshauses wird die Sendung des Heiligen Geistes in die moderne Welt bildlich aufgezeigt. Auf den Altarbildern der Seitenaltäre ist der Namensgeber der Kirche zu sehen: Der heilige Bonifatius. Ebenso ist ein Marienbild vorhanden.

Die Statuen in den Arkadenbögen sowie die Kreuzigungsgruppe im Chorraum entstanden durch den Wiesbadener Bildhauer Karl Hoffmann (1816-1872). Die beiden Statuen zeigen die heilige Teresia von Avila sowie den heiligen Franziskus von Assisi.

Die Kirchenglocken

Die Bonifatiuskirche verfügt über sechs Glocken, von denen drei aus dem 19. Jahrhundert stammen. Drei weitere wurden 1962 eingesetzt.

Die Kapellen

Ebenfalls Teil der Bonifatiuskirche sind die Taufkapelle und die Sakramentskapelle. Mit einem schmiedeeisernen Leuchter wird der brennende Dornbusch aus dem 2. Buch Mose dargestellt.

Die Orgel

Ein weiterer wichtiger Bestandteil der Kirche St. Bonifatius ist die Orgel, die 1954 hergestellt wurde. 1985 kam es zu ihrer Neuerrichtung. Bis 1998 erfolgten zusätzliche Erweiterungen. Durch ihre Nachhallzeit ist die Orgel ausgezeichnet für symphonische Musik geeignet.

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