Heidenmauer und Römertor

Das römische Denkmal, welches laut dem Wiesbadener Althistoriker Emil Ritterling zur Zeit von Kaiser Valentinian errichtet wurde, anhand wissenschaftlicher Zeitbestimmungen inzwischen jedoch rund 130 Jahre vor Kaiser Valentinian einzuordnen ist, befindet sich im Stadtzentrum Wiesbadens. Die Heidenmauer führt vom Schulberg bis zur Straße „Am Römertor“ und ist sowohl das älteste erhaltene Bauwerk Wiesbadens, als auch der bekannteste Teil der antiken römischen Siedlung Acquae Mattiacorum.

Besonderheiten

Historiker rätselten lange über den Sinn und Zweck der Heidenmauer. Es wurde vermutet sie sei als Teil einer Verteidigungsanlage erbaut worden. Anhand moderner Untersuchungen wird jedoch inzwischen vermutet, dass die Mauer als römische Wasserleitungsbrücke angelegt wurde.
Aus welchen Gründen die Mauer an beiden Enden einfach abbricht ist bis heute nicht geklärt. Man geht davon aus, dass die Enden durch Gräben geschützt wurden. Eine weitere Vermutung ist das Fehlen weiterer Befestigungen, da sie den Lauf der Zeit einfach nicht überstanden haben. Es könnte auch sein, dass die Mauer einfach nie ganz fertig gestellt worden ist.

Überreste

Von der einst 520 Meter langen Mauer sind inzwischen lediglich 80 Meter übrig geblieben die bis zu 10 Meter in die Höhe ragen.
Ursprünglich zierten drei Türme die Heidenmauer: der quadratische Stümpert, der Tessenturm und der halbkreisförmige Heidenturm auf dem Schulberg oberhalb des Römertores. Leider ist Letzterer der einzige erhaltene und noch sichtbare Turm der Mauer.

Das Römertör

Als die Heidenmauer im Jahr 1903 zum Bau der Coulinstraße durchbrochen werden musste, wurde sie um das heute meistfotografierte Bauwerk der hessischen Landeshauptstadt ergänzt: das Römertor

Der damalige Stadtbaumeister und Architekt Felix Genzmer erbaute das heutige Kulturdenkmal bestehend aus einem Viadukt mit Haupt- und Nebentor, sowie einer Treppe, Türmen und überdachtem Wehrgang in Anlehnung an die Trajansbrücke – eine römische Bogenbrücken-Konstruktion in Holzbauweise die im Jahr 103 n. Chr. über die Donau führte.

Unterhalb des Römertores befindet sich aktuell ein Freilichtmuseum.

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